Geschichten

 

Auch für diese "Sammlung" gilt, dass ich die Geschichten selbst gelesen habe, oder von Freunden "geschenkt" bekam.
Sollte auch hier Geschichten dabei sein, die von jemandem von euch sind, so teilt mir das bitte mit,
und ich werde sie von meinen Seiten entfernen.
Vielleicht möchtet ihr meine Sammlung aber auch ergänzen? Ich würde mich freuen, eure besonderen Geschichten mit zu übernehmen.

 

Zum Nachdenken ...

Der folgende Brief wurde von dem 11-jährige Morten an Simon, einen Journalisten der norwegischen Abendpost geschrieben:

Lieber Simon !

Hier wirst Du einen seltsamen Brief bekommen; denn jetzt will ich Dir etwas schreiben, worüber ich lange nachgedacht habe. Zuerst hatte ich keine Zeit. Dann hatte ich auf einmal enorm viel Zeit, war aber so schwach, dass ich eine ganze Weile überhaupt nicht schreiben konnte. Jedes Mal, wenn ich an diesen Brief dachte, habe ich innerlich mit Dir geredet. Du hast das wohl nicht gemerkt, aber ich glaubte, Du würdest es doch hören. Manchmal meinte ich sogar, Deine Antwort zu hören. Hoffentlich findest Du mich jetzt nicht dumm, weil ich so etwas denke.

Jetzt liege ich in meinem Bett im Krankenhaus und habe es ganz gut. Klar, dass es mir mitunter ziemlich schlecht geht, aber daran habe ich mich irgendwie gewöhnt. Das hätte ich nie für möglich gehalten.

Ich dachte, ich sollte Dir erzählen, dass das Krankwerden auch manchmal etwas Gutes haben kann. Nicht, dass man sich wünschen sollte, krank zu werden, aber es ist nicht immer nur schlimm und traurig.

Was mich betrifft, ich bin so krank, dass ich wohl nicht mehr sehr lange leben werde. Das finde ich traurig, weil das Leben im vergangenen Jahr viel besser geworden ist. - Doch nun werde ich Dir erzählen, worüber ich eigentlich schreiben wollte.

Früher hätte ich Dir wohl geschrieben, dass es mir ziemlich schlecht geht oder dass ich einsam bin. Das war damals. Besonders zu Hause. Mama und Papa hatten immer so viel zu tun. Sie arbeiteten und arbeiteten. Ich bin Einzelkind und war meistens allein. Ich bekam ziemlich viele Sachen geschenkt; keiner meiner Freunde hatte so viel wie ich. Ja, natürlich wünschte ich mir all diese Dinge, aber viel wichtiger wäre es mir gewesen, es manchmal zu Hause ein bisschen gemütlicher gehabt zu haben.

Ich war ziemlich gut in der Schule, und darauf waren meine Eltern sehr stolz. Sie sagten, ich sei intelligent, und gerade so einen Jungen hätten sie sich gewünscht. Es fehlte mir also nicht an Lob.

Doch dann wurde ich sehr krank, vor etwas mehr als einem Jahr. Seither bin ich im Krankenhaus. Vielleicht war ich auch genausolange zu Hause, und es kommt mir nur so vor, als sei ich die ganze Zeit im Krankenhaus gewesen. Anfangs glaubten die Ärzte, ich würde in wenigen Wochen sterben. Sie sagten es mir nicht, doch ich erfuhr es später.

Und jetzt kommt das Gute an meiner Krankheit: Plötzlich war es ganz anders mit Mama und Papa und mir. Sie waren fast die ganze Zeit bei mir, oder wenigstens einer von beiden, und sie sagten mir oft, wie lieb sie mich hätten ; davon hatten sie früher kaum etwas gesagt. Ich hatte auch nie darüber nachgedacht; erst jetzt kam es mir, also hinterher. Ich glaubte nicht, dass sie mich auch nur ein bisschen lieb gehabt hatten, bevor ich krank wurde.

Doch in diesem Jahr haben wir so viel miteinander geredet, meine Eltern und ich. Nach und nach konnten wir fast über alles sprechen. Da erzählte ich ihnen, dass ich früher sehr einsam war. Sie sagten, sie hätten nicht begriffen, wie wichtig es ist, dass wir drei beisammen sind. Sie hatten so gute Positionen in ihrem Beruf, doch jetzt haben sie "zurückgeschraubt", wie sie sagen, weil sie es wichtiger finden, mit mir zusammen zu sein.

Ist das nicht seltsam: Sie sagen, sie hätten gemerkt, dass sie selbst auch mehr Zeit miteinander verbringen müssten. So habe ich ihnen gesagt, sie sollten, wenn ich tot bin, nicht wieder anfangen, mehr zu arbeiten, weil sie ja jetzt sähen, dass es schöner ist, beisammen zu sein und einander lieb zu haben.

Ja, ich schreibe einfach drauf los, doch nun reicht es wohl. Ich weiß, dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt, das ist sicher. Worüber ich mich aber freue, ist, dass ich etwas entdeckt habe, was ich einfach nicht herausfinden konnte, solange ich noch gesund war. Und das haben auch meine Eltern entdeckt. Sie weinen manchmal, wenn sie hier sind, aber ich für meinen Teil bin sicher, dass wir uns wiedersehen werden.

Also, falls Du Lust hast, mich zu treffen, ist es wohl besser, Du beeilst Dich ein bisschen. Ich verrate Dir mal meine Adresse. Die brauchst Du aber niemandem weiterzugeben.

Morten, 11 Jahre

(Aus dem Buch: "MORTEN, 11 JAHRE - Gespräche mit einem sterbenden Kind "
Autor: Simon Flem Devold , Verlag: Urachhaus)




Ein Engel für .....

Es war einmal ein Kind, das bereit war geboren zu werden. Das Kind fragte Gott: "Sie sagen mir, daß Du mich morgen auf die Erde schicken wirst, aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin?"
Gott antwortete:" Von all den vielen Engeln suche ich einen für Dich aus. Dein Engel wird auf Dich warten und auf Dich aufpassen. "
Das Kind erkundigte sich weiter: "Aber sagt, hier im Himmel brauche ich nichts zu tun, außer singen und lachen, um fröhlich zu sein. "
Gott sagte: "Dein Engel wird für Dich singen und auch für Dich lachen, jeden Tag. Und Du wirst die Liebe Deines Engels fühlen und sehr glücklich sein."
Wieder fragte das Kind: "Und wie werde ich in der Lage sein, die Leute zu verstehen wenn sie zu mir sprechen und ich ihre Sprache nicht kenne? "
Gott sagte: "Dein Engel wird Dir die schönsten und süßesten Worte sagen, die Du jemals hören wirst, und mit viel Ruhe und Geduld wird Dein Engel Dich lehren zu sprechen." " Und was werde ich tun, wenn ich mit Dir reden möchte?"
Gott sagte: "Dein Engel wird Deine Hände aneinander legen und Dich lehren zu beten. " "Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt. Wer wird mich beschützen?"
Gott sagte: "Dein Engel wird Dich verteidigen, auch wenn er dabei sein Leben riskiert." " Aber ich werde immer traurig sein, weil ich Dich niemals wiedersehe."
Gott sagte: "Dein Engel wird mit Dir über mich sprechen und Dir den Weg zeigen, auf dem Du immer wieder zu mir zurückkommen kannst. Dadurch werde ich immer in Deiner Nähe sein. "
In diesem Moment herrschte viel Frieden im Himmel, aber man konnte schon Stimmen von der Erde hören und das Kind fragte schnell:
"Gott, bevor ich Dich jetzt verlasse, bitte sage mir den Namen meines Engels."
Ihr Name ist nicht wichtig. Du wirst sie einfach MAMA nennen."



Etwas zum Thema carpe diem!

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus.
Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze.
"Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!"
Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden.Seine Frau war gestorben.
Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für einen besonderen Anlas auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass." Ich denke immer noch an diese Worte ... sie haben mein Leben verändert.
Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft, ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit.
Ich habe begriffen, daß das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt.

Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben.

Sätze, wie z. B. "Eines Tages ..." oder "An einem dieser Tage ...." sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewußt hatte, daß sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, daß sie noch ihre Familie und engen Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.

Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüßte, dass meine Tage gezählt sind.
Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "an einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen sollen. Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich "an einem dieser Tage" schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lachen in unser Leben bringen könnte.
Ich sage mir, daß jeder Tag etwas Besonderes ist ... jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.

Denkt man nur an das allererste Geschenk eines Menschen, das Lächeln - und an das der Mutter, wenn sie das Lächeln ihres Babys erwidert, wird uns schnell klar, dass wir ein Leben lang nach diesem innigen Moment suchen.

(Hildegard Belardi)

  

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