Beerdigung

Nachdem ich am 02. Januar wieder zu Hause war "mussten" wir uns auch um alle Formalitäten zu Eric's Beerdigung kümmern.
Mirko und ich hatten im Krankenhaus bereits beschlossen, dass wir Eric auf dem Friedhof in meiner alten Heimatstadt beerdigen wollten und somit fuhren wir dann zum Bestattungsinstitut.

Irgendwie seh ich uns dort noch so sitzen als wär es gestern gewesen ...

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren sollten wir nun einen Sarg und auch eine Urne (Eric wurde Feuer bestattet) auswählen, aber alles wirkte so erwachsen für mich.
Es ging doch um unser klitzekleines Baby, und selbst auf dieser letzten Reise sollte unser Sohn es  so"schön" wie möglich haben.

Wir entschieden uns dann für eine hellblaue Urne und hatten somit ein wenig das Gefühl ein wenig Farbe dabei zu haben.

Der Tag an dem wir Eric nun zum letzten Mal begleiten sollten wurde auf den 17. Januar festgelegt.

Eigentlich wollten Mirko und ich zuerst allein von Eric Abschied nehmen, aber im nachhinein waren wir froh, dass uns doch Eric's Oma's, meine Tante und mein Onkel und auch meine Cousine begleitet haben.
Wir hatten alle Blumen und kleine Geschenke für unseren Spatz dabei und meine Tante sprach ganz liebevolle Worte...
Mirko und ich konnten in diesen Minuten gar nichts sagen, wir hielten uns nur an den Händen und weinten.
Als Mirko nun unsere Spieluhr aufzog, um Eric sein Schlaflied zu spielen, war es mit meiner Fassung vorbei. Wir wollten doch niemals , dass "Fridolin" auf einem Friedhof singt ... aber dennoch war alles ganz wirklich.

Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen Fridolin zu Eric ins Grab zu legen, aber ich brachte es nicht fertig. Ich konnte ihn nicht loslassen, und in die Erde geben ...
Wir haben ihn dann nur neben all die Blumen gesetzt, um das Gefühl zu haben Eric nicht ganz allein zurückzulassen.
Als wir dann am späten Nachmittag allerdings nochmals auf dem Friedhof waren konnte ich nicht anders als Fridolin mit nach Hause zu nehmen, denn somit hatte ich wenigstens eine klitzekleine "bewusste" Erinnerung in meinen Händen.

Ein ganz seltsames Ereignis hatte ich, als Tage später die Rechnung vom Bestatter kam. Als ich den
Briefumschlag in den Händen hielt merkte ich sofort, dass sich Fotos darin befanden.
Ich merkte wie ich ganz unruhig und erfreut zugleich wurde, da ich nun ganz fest daran glaubte zum ersten mal mein Kind zu sehen ...
Irgendwie hatte ich wohl ganz fest daran geglaubt, dass das Bestattungsunternehmen noch einige Erinnerungsfotos von Eric in seinen kleinen Strampelsachen gemacht hatte.
Ich hatte Angst vor dem Öffnen des Briefes, war aber dennoch so unheimlich aufgeregt weil ich glaubte nun Eric zu "treffen"...

Leider waren natürlich keine Fotos von Eric in dem Umschlag, sondern "nur" die Bilder von seinem Grab ...

    

Datenschutzerklärung
Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!